Es war ein Festschmaus im Bergdorf Nubutautau. Die Kannibalen versammelten sich um den dampfenden Steinguttopf.
Dann wurde der Hauptgang serviert: Thomas Baker, Missionar aus England.
Die Kannibalen aßen den Geistlichen restlos auf. Sogar seine Stiefel verspeisten sie – bis auf die Sohlen. Es war der 21. Juli 1867. Doch das Menschen-Mahl bekam den Kannibalen nicht gut. Sie litten, sie schämten sich – über Generationen.
Deshalb luden sie jetzt Nachfahren des gegessenen Engländers ein – zur großen Entschuldigungs-Zeremonie.
Filimoni Nawawabalevu (70), Urenkel des damaligen Häuptlings: „Seit 136 Jahren geht es unserer Gemeinde miserabel. Kein Strom, keine medizinische Versorgung. Wir glauben, Bakers Rachegeist hat uns verflucht. Nur eine Entschuldigung kann uns davon erlösen.“
Stellvertretend für die zehn angereisten Baker-Nachkommen nahm Bergarbeiter Denis Russell (46) aus Brisbane (Australien), Ur-Ur-Urenkel des Missionars, die Versöhnungsgaben entgegen: Kühe und 30 „Tabuas“ – geschnitzte Spermwalzähne.
Jetzt warten die Nachkommen der Kannibalen auf die Erlösung vom Fluch