2003 erschien erstmals der erste Teil "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter", der von Anfang an als Trilogie geplanten Fantasy-Erzählung. Geschrieben wurde das Buch vom damals gerade einmal 15-jährigen Christopher Paolini und katapultierte sich innerhalb kürzester Zeit an die Spitze der Bestsellerlisten. Der Roman wurde in 38 Ländern veröffentlicht und stand 87 Wochen auf der "New York Times"-Bestsellerliste. Auch der zweite Teil "Eragon – Der Auftrag der Ältesten" ist schon seit einiger Zeit in Deutschland erhältlich und verkauft sich bestens. Klar, dass bei dem Erfolg eine Verfilmung nicht lange auf sich warten läßt, zumal Fantasyfilme an den Kinokassen auch einschlagen, wie man an "Herr der Ringe", "Harry Potter" oder "Chroniken von Narnia" gesehen hat.
Das Buch bot aber mal abgesehen von den guten Verkaufzahlen auch storytechnisch eine gute Grundlage für einen Film. Zwar zeichnet sich das Buch nicht durch eine fantastisch komplexe Welt wie J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe" aus – ist auf seine eigene Art und Weise aber trotzdem nett geschrieben, auch wenn Innovationen nicht wirklich vorhanden sind und man vieles schon irgendwoher kennt. Aber nun gut, das Buch bietet also wie gesagt eine geeignete Grundlage für einen guten Film. Leider aber hat das Vorhaben nicht ganz geklappt, so gern ich es auch gehofft hatte.
Beginnen wir mit dem wohl größten Problem in "Eragon": die Story. Drehbuch-Autor Peter Buchman ("Jurassic Park 3") hat leider auf ganzer Linie versagt, die Story aus dem Buch zu einem geeigneten Drehbuch zu verfassen. Es stimmt nämlich so gut wie gar nichts mit dem Buch überein. Es ist verständlich, dass es immer Mal Änderungen geben muss um einen Film auf die Leinwand zu bringen, oftmals sind diese auch ärgerlich oder traurig hinzunehmen, allerdings, wenn das Gesamtprodukt am Ende stimmt, wie es zB. bei "Herr der Ringe" der Fall ist, nimmt man diese auch gern in Kauf. Bei "Eragon" wurden allerdings in beinahe jeder Szene Änderungen eingebaut - und das meist ohne ersichtlichen Grund. Das fängt schon bei den Charakterdesigns an. So gibt es eine blonde(!) Arya im Film, zu keiner Minute wird dem Zuschauer klar, dass es sich dabei eigentlich um eine Elfe handelt und ihr Mitwirken im Film entspricht alles andere als der Arya, die man aus dem Buch kennt. Ihr komatöser Zustand aus dem Buch kommt hier überhaupt nicht vor. Jedem Leser des Buches sollte nun der drastische Unterschied an dieser Stelle klargeworden sein. Hofft man nun, dass Arya die einzige Person ist, die nicht dem Buch entspricht, hat man sich leider geirrt. So sieht es nämlich mit beinahe dem ganzen Rest auch aus. So freut sich im Film idiotischerweise ein Murthag mit einem euphorischen "Auf zu den Varden" auf den Weg dorthin, Brom wirkt alles andere als der alte Geschichtenerzähler aus dem Buch und die Razac toppen mit ihrem Outfit das ganze nochmals. Des weiteren sehen Urgals aus wie Menschen, Zwerge sind von Menschen gar nicht zu unterscheiden, genau wie Elfen (siehe Arya). Weiter gehts mit den Ortschaften, die es im Buch gar nicht gibt, und dutzenden von Orten, die im Film gar nicht auftauchen, Personen wie Angela die Kräuterhexe, die hier in einer fast schon überflüßigen Szene nur mal nebenbei gezeigt wird und das auch noch an einem völlig falschen Ort, Schlachten am Gebirge der Varden, die im Film gar nicht mehr vorkommen oder Saphira, die innerhalb von 2 Minuten im Flug mal eben um die 3 fache Größe wächst machen das Ganze nur noch schlimmer.
Wie man sieht stimmt also nicht viel mit dem Buch überein und wurde statt sinnvoll nur schlecht abgeändert, was wohl jeden Leser verärgern dürfte. Nun mag man als Nicht-Leser denken dass einem das sowieso nicht auffällt und egal sein kann. Leider nicht ganz. Einige Szenen sind derart lächerlich abgeändert oder gekürzt worden, dass es auch dieser Gruppe auffallen dürfte. Unerklärlich bleibt auch, wieso der Film nur 105 Minuten lang ist.
Fazit: Eragon ist leider eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Man hatte ein gutes Buch als Grundlage und hätte kaum was falsch machen können, doch dann wird der Film auf knapp 100 Minuten runtergekürzt, so ziemlich alles aus dem Buch schwachsinnig abgeändert, die Atmosphäre und der Zauber eines "Herr der Ringe" wird dabei nie erreicht und zahlreiche lächerliche Dialoge wurden hinzugefügt. Was bleibt, ist ein Film den man sich auch getrost auf DVD ansehen kann.