Darunter befinden sich unter anderem der Spielfilmkanal AXN von Sony Pictures, ein Programm Kinowelt TV aus dem Fundus des deutschen Anbieters, sowie deutschsprachige Kanäle des US-Magazins "National Geographic" und des britischen History-Channel, der seit längerem mit dem ZDF kooperiert.
Disney bietet in dem Paket einen Vorschul- und einen reinen Zeichentrickkanal, MTV offeriert drei zusätzliche Musiksender, darunter das Oldie-Programm VH1 Classic. Darüber hinaus bietet Kabel Deutschland Spartenkanäle von Wein TV über Playboy TV bis hin zu Bibel TV.
Premiere hat kein Monopol mehr
"Damit wird das bestehende Monopol von Premiere gebrochen", erklärte KDG-Geschäftsführer Roland Steindorf. Das Angebot richte sich zunächst an die 10 Millionen Kunden, die das Unternehmen in 13 Bundesländern mit Kabelanschlüssen versorge. Steindorf kündigte jedoch an, auch mit den verbliebenen drei Kabel-Anbietern eine Kooperation suchen zu wollen.
Die Zuschauer benötigen für den Empfang des Digitalangebots einen im Handel ab rund 100 Euro erhältlichen Digitalreceiver. Derzeit versorgt Kabel Deutschland nach eigenen Angaben bis zu 150.000 Zuschauer mit Digitalangeboten, bislang überwiegend mit einem entsprechenden Zugang zu Premiere.
Steindorf erklärte, die Zahl der Digital-Nutzer mit dem eigenen Zusatzangebot bis Jahresende verdoppeln zu wollen. Zudem kündigte er für das neue Angebot die nach seinen Worten aggressivste Startkampagne der deutschen Fernsehlandschaft an. Hierfür wolle Kabel Deutschland "einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag" ausgeben, sagte Steindorf.
"Eine Art digitaler Kiosk"
Er bekräftigte, dass sein Unternehmen die Ausstrahlung der bisherigen in der Regel 32 Analogprogramme pro Netz solange aufrechterhalten werde, "bis sich alle Marktteilnehmer auf einen Konsens zur allmählichen Überführung des analogen in das digitale Spektrum verständigt haben". Er hoffe jedoch, dass dies vor dem von der Politik gesetzten Ziel 2010 erfolgen könne. Bei vollständiger Umstellung auf Digitalbetrieb seien bis zu 500 Fernsehprogramme für einen Kabelanschluss denkbar.
Kabel Deutschland sei jedoch im Unterschied zu Premiere kein eigenständiger Programmanbieter, sondern wolle "als eine Art digitaler Kiosk" größeren und kleinen TV-Veranstaltern eine Plattform für Pay-TV-Programme zur Verfügung stellen, erklärte Steindorf. Der Ausbau des digitalen Angebots sei daher Hauptziel der Unternehmensstrategie.
Mit den einst von der Telekom verkauften Kabelanschlüssen in 13 Bundesländern ist Kabel Deutschland nach Steindorfs Angaben der größte Anbieter Europas und der zweitgrößte der Welt. Das Unternehmen mit Sitz in Unterföhring bei München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter.
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/medien/tv/63390