Merkwürdig mutet an dieser Situation an, dass Coulthard angeblich die gleichen Probleme gehabt haben soll, jedoch via Funk vorgewarnt worden sein dürfte. Man darf sich fragen: Warum hat man nicht auch Klien gleichzeitig Bescheid gegeben? Verschwörungstheoretiker vermuten, dass der Österreicher momentan gezielt abmontiert wird, weil die Fahrerentscheidung hinter den Kulissen längst gegen ihn gefallen sein soll...
Coulthard bestätigte indes den Trend, der momentan bei Red Bull Racing herrscht, und legte zwei Runden vor Schluss das spektakulärste Überholmanöver des Rennens hin: Der 35-Jährige scherte am Ausgang der Haarnadel aus, setzte sich rechts neben Jenson Buttons Honda und blieb abseits der Ideallinie, wo es extrem rutschig war, einen Tick länger auf dem Gas als sein Konkurrent - mit Platz acht und einem weiteren WM-Punkt als gerechtem Lohn.
Coulthard sicherte sich gegen Button die Innenlinie
"Hätte Jenson erst bei 50 Metern gebremst, hätte er die Kurve nie und nimmer geschafft."
David Coulthard
"Jenson", schilderte der Schotte sein Manöver, "war ein bisschen neben der Linie, wodurch ich mehr Schwung hatte. Ich wusste, dass ich ihn auf der Geraden nicht überholen kann, also musste ich mich sofort neben ihn setzen, denn außen wäre ich niemals vorbeigekommen. Also zog ich nach innen. Dann wartete ich nur noch auf das Bremsen. Hätte er erst bei 50 Metern gebremst, hätte er die Kurve nie und nimmer geschafft."
Coulthard zeigte sich "sehr glücklich" über das Resultat, nachdem er wegen eines Motorwechsels als Letzter ins Rennen gegangen war. Außerdem bestätigte er einmal mehr, dass er ein Fahrer ist, der sämtliche Chancen voll ausschöpft, die sich ihm bieten - und das Überholmanöver gegen Klien war unabhängig von den Umständen natürlich Gold wert. Dass sein Vertrag für ein weiteres Jahr verlängert wird, sollte daher nur noch Formsache sein.
Gegenüber dem britischen Fachmagazin 'Motorsport News' erklärte der 32-Jährige, dass es "wahrscheinlich" sei, dass einer der beiden Fahrer gehen muss. Bekanntlich soll für 2007 zumindest ein ausgewiesen Fahrer mit Potenzial für die Zukunft verpflichtet werden - lange Zeit war Juan-Pablo Montoya im Gespräch, momentan gilt aufgrund der Gerüchte um Renault-Kundenmotoren jedoch Flavio Briatores Schützling Heikki Kovalainen als heißester Kandidat.
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An die Variante Klien glaubt jedenfalls kaum noch jemand, zumal Horner den Österreicher neuerlich kritisierte: "Christian ist in seinem dritten Jahr in der Formel 1 und kein Neuling mehr. Er hat mit David einen erfahrenen Teamkollegen und muss bestimmte Elemente seiner Performance - wie zum Beispiel seine Inkonstanz - in den Griff bekommen." Alternativen gebe es nämlich zuhauf: "Auf dem Fahrermarkt herrscht in diesem Jahr viel Bewegung", so der Brite.
"Wir wollen für nächstes Jahr die besten verfügbaren Fahrer."
Christian Horner
Gegenüber 'F1Total.com' hatte er vor zwei Wochen eine Fahrerentscheidung für Ende Juli angekündigt: "Wir sind in keiner Eile, was die Fahrerentscheidung oder die Spekulationen angeht", sagte er. Eine Weiterverpflichtung von Coulthard würde außerdem angesichts dessen Verhältnisses zu Konstrukteur Adrian Newey "absolut" Sinn machen. Und: "Wir wollen für nächstes Jahr die besten verfügbaren Fahrer. David macht im Moment einen guten Job für uns."
Für Klien bleiben damit nicht allzu viele Alternativen für 2007: Als dritter Fahrer könnte er zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Red Bull Racing bleiben, doch dass ihn diese Perspektive reizt, darf zumindest vorsichtig angezweifelt werden. Laut 'Salzburger Nachrichten' könnte er aber auch mit Red-Bull-Unterstützung in die ChampCar-Serie abgeschoben werden. Gerhard Berger und die Scuderia Toro Rosso zeigen jedenfalls kein Interesse...