während britische Medien schon fix davon ausgehen, dass der 13-fache Grand-Prix-Sieger unter Vertrag genommen wird, betonte Mateschitz in einem Interview mit 'Motorsport aktuell', dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Aber: "Gespräche gibt es rundum", gab er zu Protokoll. "Das sollte nicht zu Spekulationen Anlass geben. Wir reden mit vielen, darunter auch mit David Coulthard." Festzuhalten ist allerdings, dass das Interview bereits ein paar Tage alt ist.
Eines sei "klar", unterstrich Mateschitz: "Ein erfahrener und schneller Fahrer mit Reputation kann bei der Entwicklung des Autos den Ingenieuren mehr auf Erfahrung basierende Statements liefern. Solche Dialoge sind für jedes Team wertvoll. Nicht umsonst sieht man bei den meisten Teams, wenn sie nicht zwei Spitzenfahrer haben, diese Version mit einem Routinier und einem Rookie." Aber: "Jetzt zählen einmal die Wintertests, die Zeiten, die Aussagen zu den bestehenden Fahrern und wie die sich entwickeln."
Dass Coulthard angeboten hat, gratis zu fahren, ignoriert der 'Red-Bull'-Chef: "Wir würden das nicht erwarten und wahrscheinlich nicht einmal annehmen", stellte der 60-Jährige klar. "Es ist eine Frage der Motivation. Da ist Geld nicht das Wichtigste, aber auch nicht das Unwichtigste. Einen Spitzenfahrer mit unserem nächstjährigen Package überwiegend auf Bonusgeld fahren zu lassen, da wären die Möglichkeiten auch endlich."
Setzt sich Milton Keynes oder Fuschl durch?
Vom Finanziellen wird eine mögliche Verpflichtung Coulthards also nicht abhängen, sehr wohl aber von den internen Machtverhältnissen bei Red Bull Racing. Selbst wenn Mateschitz behauptet, dass es für das Marketing "nicht viel Unterschied" macht, ob Fahrer aus dem eigenen Kader oder ein Routinier im ersten Jahr des Teams am Cockpit sitzen, hat er doch immer betont, dass sein Formel-1-Projekt "eine logische Fortführung" des Juniorteams von 'Red Bull' sein soll.
Offenbar haben es aber die britischen Entscheidungsträger um Tony Purnell und David Pitchforth - also die frühere Jaguar-Führung - geschafft, Mateschitz zumindest von einem Test für Coulthard zu überzeugen, denn während die österreichische Fraktion des Rennstalls eine Variante mit Christian Klien und Vitantonio Liuzzi anstrebt, ist es kein Geheimnis, dass man sich in Milton Keynes die Paarung Coulthard/Liuzzi wünscht.