Man könnte daher meinen, dass die beiden keine Freunde sind, doch seither sind acht Jahre vergangen, alle Spannungen aus der Welt geschafft worden. Im Zuge der Rascasse-Affäre in Monaco ging dies sogar soweit, dass Coulthard einer der wenigen Fahrer war, die sich persönlich mit Schumacher unterhielten, um dessen Sicht der Dinge anzuhören. Dennoch steht er einigen Facetten am Charakter des siebenfachen Weltmeisters kritisch gegenüber.
"Wenn ich mein Gedächtnis schnell durchforste, dann kann ich mich an keine Situation erinnern, in der er jemals zugegeben hätte, etwas falsch gemacht zu haben, selbst dann nicht, wenn er von den Kommissaren bestraft wurde", erklärte Coulthard dem 'Guardian'. "Das ist entweder ein starker Selbstglaube, wenn sogar die Beweise der Sporthoheit suggerieren, dass man Unrecht hat, oder es ist eine sportliche Strategie, um nie eine Schwäche zu zeigen."
Der Red-Bull-Racing-Pilot bezieht sich damit vermutlich auf Situationen wie die Kollisionen mit Damon Hill 1994 oder Jacques Villeneuve 1997, für die sich Schumacher nie öffentlich entschuldigt hat, oder aber auch auf die fragwürdigen Ereignisse von Monaco in dieser Saison. Schumacher sei aber schon immer so gewesen: "Ich warte noch darauf, dass er sich einmal für etwas entschuldigt, was als unsportlich eingestuft wurde", fügte Coulthard an.
Dass er mit Michael Schumachers Verhalten auf der Rennstrecke nicht immer einverstanden war, ist bekannt, doch sportlich gesehen hat David Coulthard großen Respekt vor dem siebenfachen Weltmeister, der seinen Helm am Jahresende an den Nagel hängen wird.
"Es ist das Ende einer Ära", wird Coulthard vom britischen Fachmagazin 'Autosport' zitiert. "Unabhängig davon, was die Leute über ihn denken, hat er die Geschichtsbücher neu geschrieben. Einige Leute haben seine Taktiken in Frage gestellt und gesagt, dass er den Sport irgendwie schmutziger gemacht hat, aber dieses Gebiet war bereits durch Senna besetzt. Das kann man nicht Michael alleine vorwerfen."