Der aus dem bayerischen Schweinfurt stammende und seit Jahren in Thailand lebende einbeinige Mann soll rund 100 Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren viel Geld für ungeschützten Sex angeboten haben mit dem Ziel, sie mit HIV zu infizieren. Er hatte zuvor laut „Bild“ sogar mit seinen Taten geprahlt: „Ich bin wie Heroin für die Mädchen. Ich bin ein Playboy, ich bin doch reich. Die verkaufen ihre Kinder hier.“
In Thailand steht eine absichtliche Übertragung des Virus aber nicht unter Strafe. Dem Mann droht wegen Verstößen gegen das Einwanderungsgesetz eine Abschiebung oder bis zu zwei Jahre Haft.
Eine Sprecherin der örtlichen Gesundheitsbehörde sagte unter Berufung auf die 30-jährige Aids-kranke thailändische Ehefrau des Deutschen, dieser habe rund 90 Frauen dem Risiko einer HIV-Infektion ausgesetzt. Rechne man deren Sexualpartner hinzu, seien bis zu 500 Personen gefährdet. Vor Gericht erklärte der ehemalige Seemann, er habe nichts Falsches getan, er sei Opfer einer Kampagne, um ihn aus dem Lande zu treiben. An dieser sei auch seine Frau beteiligt. Er machte thailändische Frauen für seine HIV-Infektion verantwortlich.
Der Prozess wurde auf den 15. November verschoben, da der Deutsche nach Meinung der Richter einen Anwalt braucht.
Einwohnern von Chaiyphum zufolge soll der Deutsche einen Rachefeldzug gegen die Bürger der Stadt geplant haben, die er für seine Infektion verantwortlich macht. In Chaiyphum ist er zu einer Hass-Figur geworden. Die Bürger haben die Straßen mit Plakaten gepflastert, auf denen sein Foto zu sehen ist zusammen mit einer Warnung, keinen Sex mit ihm zu haben.
Quelle:http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=7636&camp=nlh20041020