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Bushido - 23.07.2005 - 16:38

Optik Records machen Träume wahr.
„Ich wollte nie groß ein Star werden.
Das einzige, was mich interessiert hat, war, dass Savas und Azad das, was ich mache, anerkennen.“, sagt Amar über seine Ziel-
setzung als Rapper, damals in Müllheim nahe Freiburg, wo er von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet Tracks produ-
zierte. Heute ist Amar Teil von Savas’ Optik Army und ein Traum ist buchstäblich über Nacht Wirklichkeit geworden.

Dabei hatte Amars Weg nicht allzu vielversprechend begonnen. Mit sieben Jahren kommt er 1990 kurz nach dem Sturz Ceaucescus mit seinen Eltern aus Transsylvanien/Rumänien nach Deutschland. Schon vor der Revolution hatten diese darauf hin gearbeitet, Draculas Heimat Richtung gelobtes D-Mark-Land zu verlassen. Nach Stationen in ver-
schiedenen Asylantenheimen in Süddeutschland kommt die Familie schlussendlich nach Müllheim, wo sie schließlich eine Wohnung bekommen.

Amar stellt der Ortswechsel vor einschneidende Veränderungen. Die deutschen Kinder in der Schule scheinen allesamt kleine Prinzen und Prinzessinnen zu sein, die in riesigen Schlössern mit Marmorfußboden wohnen - zumindest verglichen mit Amars eigenen sozialen Umständen. „Das war voll der Film für mich“. Diese wohlbehütete Welt in der 25.000-Einwohner Stadt ist nicht die von Amar, trotzdem ist Müllheim für ihn ein ganz besonderer Ort, der geilste Platz in Deutschland, wie er sagt. Seitdem er 12 Jahre alt ist, verbringt er fast seine gesamte Freizeit beim Sport. Er probierte so ziemlich alles aus, was man im Verein ausüben kann. Aber auch wenn er gerade nicht zum Training muss, findet man ihn selten zuhause. Eigentlich gar nicht, wenn er nicht gerade isst oder schläft, die meiste Zeit ist er draußen unterwegs.

Mit 15 lernt er seinen bis heute besten Freund Özgür kennen, der für Amar so etwas wie sein großer Bruder wird. Dieser motiviert ihn auch bei seiner neusten Sportart: Dem Rappen. Über einen Skaterfreund war Amar auf Mobb Deep gestoßen und entdeckte seine Leidenschaft für den New York Street Rap der mittleren Neunziger Jahre, Nas, O.C., CNN, MOP, Big L. Da nie wirklich des Englischen mächtig üben die Sachen eher stylistischen, technischen denn textlichen Einfluss auf ihn aus. Von den deutschen Sachen gefällt ihm zunächst höchstens Samy, doch irgend-
wann turnt ihn alles so ab, dass er ein dreiviertel Jahr weder deutschen Rap hört noch selbst fabriziert. Den Wendepunkt stellt der Release von Azads „Napalm“ und Savas’ „LMS“ dar - Amar ist wieder motiviert und legt jetzt erst richtig los. Auf seinem PC produziert er fleißig Tracks und rappt darauf, eigentlich nur für sich und seine Jungs sowie in der unbestimm-
ten Hoffnung, eines Tages von Azad oder Savas erhört zu werden - siehe oben.

Seinen Eltern zuliebe quält er sich durchs Gymnasium, obwohl er nie ernsthaft vorhat, einen normalen Beruf auszuüben. „Rap und Sport war immer das einzige, das mich interessiert hat.“ 2002 reicht es ihm aber endgültig und er bricht die Schule ab. Wegen seiner Sportleidenschaft sowie dem verlockend hohen Einstiegsgehalt zieht es ihn zur Bundes-
wehr. Alles ist schon geregelt, da stößt er im regionalen Veranstaltungs-
kalender auf eine Anzeige, in der die Cypher 3- Jungs, zu denen etwa Korrekt Technique gehören, Rapper für einen Sampler aus der Region suchen. Amar kommt, ist das erste Mal in einem richtigen Studio, pickt Beats und bekommt sogar einen Vertragsdeal, aufgrund dessen die Bundeswehr zum Glück auf ihn verzichtet.

Von nun an geht alles recht schnell. Über die Cypher 3 Leute lernt Amar zunächst DJ Nicon, dann Savas persönlich kennen. An seinem 20.ten Geburtstag fährt er das erste Mal nach Berlin und nimmt Tracks auf, die schließlich auf dem „Optische Elemente 2“- Tape von Nicon landen. Amar wird ein Optik Soldier und lernt obendrein durch die Vermittlung von Savas auch noch sein zweites Vorbild Azad kennen.
Trotz des berauschend schnellen Aufstiegs in die hohen Sphären des Rapgames bleibt Amar auf dem Teppich. Er wohnt weiter in Müllheim und hofft, mit seinen zu erwartenden Einkünften erst mal seiner Familie helfen zu können. Ein weiterer Traum, der mit freundlicher Unterstützung von Optik Records in Erfüllung gehen dürfte.

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