Das sind die Fälle, mit denen sich AK-Patienten-Rechtsberater auseinandersetzen müssen. Die Zahl der Beschwerden über Kunst- und Behandlungsfehler nehme stark zu. Patienten seien kritischer als früher und sie ließen sich weniger gefallen, sind die Konsumentenschützer überzeugt.
Nach derzeitigem Recht hätten Ärzte gar keine andere Möglichkeit, als gegen Kritiker zu mauern, sagt Siegfried Pichler, Präsident der Arbeiterkammer. Eine vom Verschulden unabhängige Haftung der Mediziner sei die Lösung:
"Die Haftung könnte zu raschen Entschädigungen verführen und der Allgemeinheit die Gerichtskosten ersparen. Das wäre im Interesse aller."
Ärztekammer strikt dagegen
In diesen Entschädigungsfonds sollten unter anderem Ärzte, Pflegepersonal, Krankenanstalten und Arzneimittel-Hersteller einzahlen.
Der Salzburger Reiner Brettenthaler, Präsident der Ärztekammern in Österreich und der EU, lehnt diesen Vorschlag ab:
"Ich halte nichts davon, weil wir Ärzte ja ohnehin alle haftpflichtversichert sind. Ich halte auch deswegen nichts davon, weil wir als Mediziner nicht persönlich die allgemeinen Risken der Medizin übernehmen können, denen der einzelne Patient ausgesetzt sein kann. Das lehne ich ab."
Andere Systeme könnten installiert werden - aber nicht mit dem Geld der Ärzte, sagt Brettenthaler.