Geschrieben von: gisi (cm117-60.liwest.at, 212.241.117.60) am Mittwoch, 30. Juli 2003, um 13:55
Die Mototherapie wird in Klein- bzw. Kleinstgruppen, bei Bedarf als Einzelbehandlung durchgefürt. Sie versteht sich als handlungs-, konflikt- und personenorientierte Behandlungsform. Ausgehend von ihren Stärken werden die Kinder im Therapieverlauf zur aktiven Bearbeitung ihrer Störungen und Beeinträchtigungen angeleitet. Dabei kommt der/dem MototherapeutIn die Aufgabe zu, in einfühlsamer Weise den Entwicklungsprozess des Kindes zu begleiten und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Die Eltern erhalten während des gesamten Zeitraumes unterstützende Beratung.
Mototherapie umfaßt die Bereiche Sensomotorik, Psychomotorik und Soziomotorik.
Senso
Psycho
steht für Wahrnehmen
steht für Empfinden
aufmerksamer und offener werden für mich und meine Umwelt.
meinen Körper, Gefühle wie Freude, Angst, Stolz spüren. Innerlich Anteil nehmen, mich berührt fühlen.
Sozio steht für Miteinander in Kontakt treten, kommunizieren und kooperieren.
Motorik heißt Bewegung, Koordination
meine Muskeln und Gelenke bewegen und kontrollieren;
Kraft meine Kräfte entwickeln, einschätzen und einteilen;
Ausdauer konzentriert und ausdauernd bei einer Sache bleiben und mich entspannen können.
Jedes Kind zeigt individuelle Symptome in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung, die eine auf das Kind und dessen Familie abgestimmte Herangehensweise erfordern. Besondere Schwierigkeiten können sich u.a. zeigen in:
· Verzögerungen der Entwicklung in Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Sozial-
verhalten
· ungeschickte, schwerfällige Bewegungen des gesamten
· Körpers (ständiges Hinfallen, stampfendes, tapsiges Laufen, schlechtes oder
· kein Springen und Einbeinhüpfen, ständiger Zehengang, umständliches Klettern,
· Gleichgewichtsprobleme,
· ungeschickte und verkrampfte Handmotorik (nicht altersgemäßes Malen,
· schlechte Schrift, Danebengreifen, schnelle Ermüdbarkeit)
· motorische Unruhe
· schwankende Leistungen und mangelnde Ausdauer (häufiger Spielzeugwechsel,
· bringt Sachen nicht zu Ende, plötzliches Versagen bei gekonnten Fertigkeiten, schnell ermüdbar)
· Konzentrationsschwäche (abgelenkt durch eine Fliege, weicht Anforderungen aus, braucht ständig individuelle Aufforderungen)
· schlechte Raumorientierung,
· Unselbständigkeit (kann sich nicht selbst beschäftigen, Planlosigkeit, Hilflosigkeit bei Alltagstätigkeiten
· mangelndes oder scheinbar überzogenes Selbstbewußtsein
· Kontaktprobleme (kontaktscheu oder distanzlos, zu heftige Berührungen oder
· Äußerungen, reizbar und aggressiv, ängstlich, kaspernd, Rückzug von der Gruppe
· Stereotypien (wiederholt ständig einmal gekonnte Bewegungen, Spiele, Wörter;
· Abneigung allem Neuen gegenüber)
Die Mototherapie macht es sich zur Aufgabe, das Selbstbild des Kindes zu stärken, so daß es wieder Freude daran hat, neugierig zu sein, sich weiterzuentwickeln und zu lernen.
Das Kind wird ernst genommen in seinen Gefühlen und Interessen. Auf spielerische Art werden ihm Reize angeboten, die ihm ein erfolgreiches Bewegungshandeln ermöglichen. Dies ist keine Turnstunde, während der die Kinder den Handstand erlernen oder eine Rolle vorwärts einüben sollen...! – dennoch rollen, kugeln, klettern, balancieren sie, sind laut und leise, stehen auch manchmal Kopf!