Was mich aber viel mehr bewegt, ist die Tatsache, daß ein Handvoll Grundeigentümer darüber entscheidet, ob sich unser Dorf radikal verändert oder nicht. "Radikal" ist noch gar nicht extrem genug. Der halbe Ort soll eingezäunt werden, zwei Luxushotels mit 400 Betten sollen in unmittelbarer Nähe errichtet werden, aus einem Feldweg soll eine Asphaltstraße (Hotelzufahrt) werden, hunderte Fahrzeuge werden zusätzlich durch das Dorf rollen (Tagesgäste, Hotelgäste, Angestellte, Zulieferautos) und die einmalige Landschaft im Osten von Quarrendorf soll in eine grüne Wüste verwandelt werden. Denn machen wir uns nichts vor: bei der Umwandlung in einen Golfplatz werden nicht einfach die vorhandenen Weiden gemäht, kleine Löcher gebuddelt und Fähnchen aufgestellt. In Wirklichkeit entsteht zuerst eine Megabaustelle, kein Grashalm bleibt so wie er mal war, alles wird umgewälzt. Das Ergebnis wird mit dem jetzigen Zustand nichts mehr zu tun haben. Deshalb ärgert mich das Geschwätz derer, die einen Golfplatz schön und ach so natürlich finden. Totaler Quatsch! Unsinn ist auch die Behauptung der Planungsfirma, der Golfplatz würde nur einen Bruchteil der Pestizide und Düngemittel im Vergleich zur landwirtschaftlichen Nutzung brauchen. Das genaue Gegenteil stimmt. Lieber Leser, geben sie mal in eine Suchmaschine die Schlagworte "Golfplatz" und "Pestizide" ein, dann hagelt es hunderte Berichte über die wahren Umstände. Ökologische Golfplätze gibt es nicht!
Und weil das noch längst nicht alle extremen Veränderungen für unser tägliches Leben in Quarrendorf wären, kann es nicht sein, daß sich im Moment alles nur um die Grundbesitzer dreht. Alle sind sehr, sehr betroffen, nicht nur eine Handvoll Eigner!
Hoffentlich liest das hier der eine oder andere Grundeigentümer, damit nicht nur persönliche finanzielle Aspekte bei der Entscheidung für oder gegen das Ganze eine Rolle spielen. Am besten bliebe es bei dem jetzigen Scheitern.